last update: 23.09.2019

Die Geschichte der Vermessung

Sie beginnt genau genommen bereits 3000 v. Chr. während der Seßhaftmachung. Man konnte bei den Ägyptern, den Babyloniern und den Assyrern nachweisen, dass sie bereits Vermessungsleute hatten, die Felder aufteilten oder beim Bau von Dörfern nötig waren. Die ältesten Karten wurden auf Tontafeln gezeichnet.

In Ägypten wurden um 1700 v. Chr. nach einer verheerenden Nilüberschwemmung erste Grundstücksvermessungen durchgeführt.

Der Mensch hat sich auch seit jeher mit den Gestirnen und insbesondere mit der Gestalt unserer Erde beschäftigt. Zuerst nahm man an, die Erde ist eine vom Ozean umflossene Scheibe.
Um 500 v. Chr. behauptete Pythagoras: "Die Erde ist eine Kugel!"

Bereits 350 v. Chr. konnte Aristoteles die aufgestellte Behauptung von Pythagoras beweisen. Bei einer Reise in nördlicher oder südlicher Richtung konnte er das Auftauchen neuer Sterne damit erklären, dass die Erde eine Kugelform hat. Ein weiterer Beweis: Bei einer Mondfinsternis wirft nur eine Kugel einen runden Schatten auf den Mond. Außerdem streben alle fallenden Gegenstände einem gemeinsamen Mittelpunkt (Erdmittelpunkt) zu.

284 - 221 v. Chr.: Heron wurde durch seine Heronische Formel und sein Buch über das Diopter bekannt. Es galt fast 2000 Jahre als bestes Lehrbuch für praktische Geometrie.

Eratosthenes ermittelte bereits 270 v. Chr. den Erdumfang. Am 21. Juni, wenn die Sonne im Zenit steht, wirft ein Brunnen in Assuan keinen Schatten. Gleichzeitig aber warf in Alexandria eine Säule einen Schatten von 7Grad12Minuten. Dieser Winkel entspricht dem Zentrumswinkel einer Kugel. Die Strecke von Assuan nach Alexandria war bekannt, somit konnte Erastotenes mit Hilfe beider Werte die Länge des Erdquadranten ermitteln. Bei der Neubestimmung 200 Jahre später wich das Ergebnis nur um 0,47% ab.

Um 130 geriet die Geodäsie und die Geographie dann in Vergessenheit, weil die Weiterentwicklung durch die christliche Kirche gehemmt wurde. Obwohl die Erde nun längst als Kugel bekannt war, wurde sie von den kartenzeichnenden Mönchen in Anlehnung an die heilige Schrift dennoch als eine von Ozeanen umflossene Scheibe dargestellt. Im Mittelpunkt lag die Stadt Jerusalem.

Die Araber führten 827 eine Erdvermessung durch. Von ihnen stammen die auch heute noch benutzten Begriffe, wie Zenit (Kopfpunkt), Nadir (Fußpunkt), Alhidade (Zeigerkreis am Theodolit) und Azimut (Richtung).

Im 15. Jahrhundert entdeckte man wieder die Aufzeichnungen des Altertums und eine neue Epoche für Astronomie und Geographie begann.
Mit der Erfindung des Fernrohrs 1608 in Holland konnte man exakter beobachten und ganze Länder im Zusammenhang vermessen. Die Gradteilung mit Meridianen und Breitenkreisen diente jetzt als Grundlage.

1615 wurde die Erde erneut vermessen. Diesmal war es Snellius, der die Grundlagen der Triangulation (3 Winkel und eine Basislänge) und die Trilaterration (Streckenmessung aller Seiten und Winkel) erstellte.

1794 beschloss man in Frankreich die 400gon-Einteilung des Kreises.

In Bayern begann man 1801 mit der Trigonometrischen Punktbestimmung. Beendet wurde sie 1821 durch den Geodäten Soldner.

1808 begannen Vermessungen der Katasterverwaltungen für Karten. Sie endeten 1840. Zur gleichen Zeit entstand das Urmeter in Paris. Es wurde festgelegt auf den 40millionstel Teil des Erdumfangs.

Carl-Friedrich Gauß führte 1821 bis 1825 eine Triangulation in Hannover durch. Er ist der Begründer der ausgleichsrechnung nach der Methode der kleinsten Quadrate. Das Stahlmessband erlangte als Basismessgerät allgemein Anerkennung.

Preußen übernahm 1861 die Katastervermessung.

1872 übernahm Deutschland das Meter von den Franzosen.

1914 hatte die Photogrammetrie (Luftbildmessung) ihren großen Aufschwung. Es gelang Carl Zeiss Entzerrungs- und Auswertungsgeräte zu bauen, die für die Deutsche Grundkarte 1:5000 hinreichend genau waren.

Das 20. Jahrhundert brachte wichtige Verbesserungen im Bau und in der Funktionsweise der Messinstrumente. Die Logarithmentafeln wurden zunächst durch mechanische Rechenmaschinen abgelöst, die schließlich ihrerseits wieder durch die elektronische Datenverarbeitung ersetzt wurden.

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